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Fulldome
Immersion & Narration











Über
Das im Zuge der Rezeption einstehende Phänomen des "Eintauchens" in mediale Produkte wird vielen Medien attestiert - etwa im Hinblick auf die Diegese und das immersive Potential klassischer filmischer Welten. Ein potentiell noch stärkeres Involvement der Zuschauer, wie auch Befreiungstendenzen des Films aus seiner rechteckigen Begrenzung, sind in der Renaissance und unlängst vollzogenen Etablierung stereoskopischer 3D-Techniken und Produkte erkennbar. Das Fulldome-Medium ermöglicht oder begünstigt hingegen ein weit stärkeres Empfinden, im filmischen Raum, in der filmischen Welt zu sein. Statt ihr auf Mattschiebe oder Leinwand projiziert gegenüber zu sitzen, umgibt die halbkugelförmige Projektionsfläche und somit auch der Fulldome-Film nun die Zuschauer: 360° in die Horizontale und 180° in der Vertikale erstreckt sich das nahtlose Bild. Unter diesem "Dome", der Kuppel findet das Publikum seinen Platz. Frei können die Zuschauer sich in den virtuellen, filmischen Räumen umsehen. Naturalistische Bildwelten werden linearperspektivisch korrekt dargestellt, als ob der Betrachter an einem anderen Ort, mit den Protagonisten in einem Raum zu sein scheinen. Dabei offeriert das Medium Gestaltern und Rezipienten eine neue Arten des räumlichen Erzählens - sowohl auf audiovisueller als auch narrativer Ebene: So kann etwa ein Dialoge von einer Seite des Raum zu anderen ad hoc gezeigt werden, ohne dass anhand weiterer Schnitte und Einstellungen die Szenerie erst zusammengesetzt und durch den Zuschauer als solche verstanden werden müsste.
Nicht nur die Aufgaben der Filmmacher verschieben sich, auch der Status des Publikums wird im Fulldome-Dipositiv neu definiert. Die Rezipienten werden mit ihren Sinnen, ihren Augen- oder Kopfbewegung zu Mitgestaltern der filmischen Handlung - selbstständig können sie den Blick von einem Dialogpartner zum anderen wandern lassen, den Film durch ihren Blick schneiden. Um für die Projektionstechnik geeignet zu sein, aber auch den neuen ästhetischen Potentiale zu entsprechen, müssen die Filme speziell produziert werden - Realfilme etwa werden mit extremen Weitwinkel-Objektiven oder durch Multikamera-Rigs eingefangen. Gängige Spielstätten dieses neuen Mediums sind moderne Planetarien, sogenannte Mediendomes oder mobile Domes. Die Zahl von fulldome-kompatiblen Projektionseinrichtungen wächst weltweit stetig. Ebenso die Vielfältigkeit der Fulldome-Angebote: Neben traditionellen, astronomischen Inhalten, werden auch Filme zu Themen aus Natur und Geschichte produziert. Zudem gibt es erste Spielfilmprojekte, Versuche interaktive Spiele in die Kuppel zu bringen oder VJs nutzen sowohl die akustischen als auch visuellen Möglichkeiten des Domes für ihre Performances.

Sönke Hahn setzt sich mit den ästhetischen Differenzen zwischen traditionellen Filmformaten und dem Fulldome-Medium auseinander. Besonders im Fokus stehen dabei die narrativen Ebenen des Mediums in Theorie und Praxis.
Publikation

  • Fulldome vs. 16:9
    Zu den Differenzen in Konzeption, Gestaltung
    und Produktion eines Spielfilms in der Kuppel
    und im klassischen Bildformat.
    Am Beispiel der Filmversionen von BREAKFAST.

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Vorträge
& Workshops


  • "Experimenting with a Mulitcamera Rig.
    Shooting Fulldome in Real Footage.
    Challenges, Problems and Workflow",
    FullDome Festival 2013,
    Carl Zeiss Planetarium, Jena

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  • "Fulldome vs. 16:9"
    (zur differenten Gestaltung und
    Konzeption von Fulldome und 16:9),
    "Koordinaten Festival
    der räumlichen Medien 2012",
    FH Kiel

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Projekte

  • "Liszt - Reimagined"
    Kurzfilm: Fulldome (3k)
    Laufzeit: ca. 5 min., entstanden: 2010

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  • "breakFAST"
    Kurzfilm: 16:9 (SD), Fulldome (3k)
    Laufzeit: ca. 5 min., entstanden: 2011/12

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  • "Fulldome Meme"
    Musikvideo: Fulldome (3k)
    Laufzeit: ca. 30 sek., entstanden: 2013

  • "Habitat"
    Film/Serie: 16:9 (HD), Fulldome (3k)
    Laufzeit: ca. 2x5 min., entstanden: 2013