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FILM & MYTHOS
Dramaturgie & Heldenreise











Über
Mythos ist zunächst ein Allerweltswort: Mythos Merylen Monroe, Mythos Silberpfeil. Das auf den Psychologen C.G. Jung (2006) zurückgehende Konzept des Archetypen verleiht dem Mythos eine kulturübergreifende, interpersonelle Aura, die sich Joseph Campbell (1952) und Christopher Vogler (1997) zu eigen machten, um ihre narrativen Konzepte zu begründen und zu definieren. Seine Jünger fand das Konzept in namhaften Filmemachern wie James Cameron oder George Lucas (Röll 1998). Tatsächlich lassen sie in den Werken nicht nur der genannten Autoren die von Vogler und Campbell vorgestellten narrativen Strukturen erkennen. Zudem sind die so erzahlten Geschichten regelmäßig weltweit außerordentlich erfolgreich. Scheinbar kann also der Universalitätsanspruch mythischer Geschichten auf archetypischer Basis bestätigt werden. Doch bereits Jung selbst gibt zu bedenken, dass die Archetypen kaum direkt zu beobachten seien und eher einer kulturellen Verfärbung unterliegen. So verstanden ließe sich der Mythos als aus einem archaischen Kern und einer kulturspezifischen Prägung bestehend vorstellen. Der Mythos könnte so durchaus einer Selektionsinstanz im Weltbildapparate einzelner Menschen entsprechen.
Vielleicht ließe sich die interkulturelle Begeisterung für und der weltweite Erfolg von Blockbuster wie Avatar und Titanic aber auch auf wachsende mediale, transkulturelle Globalisierungstendenzen zurückführen. Denn bei all der Faszination für das Konzept universalistischer Geschichten ist es kritisch zu rezipieren: Verschiedentlich konzeptionell stark aufgeweicht, lässt sich die Idee der sogenannten Heldenreise überall erkennen und hineininterpretieren. So gesehen wird die Beweiskraft des archetypischen Mythos sicherlich auch überbewertet. Dennoch werden dem Konzept des Mythos durchaus psychologische oder soziale Wirkungsdimensionen ähnlich der von Stereotypen oder Schemen zugesprochen. Somit lässt sich die von diesem Phänomen ausgehende Faszination sowohl für Gestalter als auch Wissenschaftlicher nachvollziehen nicht nur in der Arbeit mit filmischen Medienprodukten.

Neben der theoretisch Ausarbeitung des Themenkomplexes und dessen Illustration in der Dokumentation "Drama im Studio Bauhaus" ist das Konzept bewusst im Projekt "breakFAST" zur Anwendung gebracht worden.
Publikation



Projekte

  • "Drama im Studio Bauhaus"
    Dokumentation/Infotainment/Show: 16:9 (HDV)
    Laufzeit: ca. 30 min., entstanden: 2010

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  • "breakFAST"
    Kurzfilm: 16:9 (SD), Fulldome (3k)
    Laufzeit: ca. 5 min., entstanden: 2011/12

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